UNESCO-Welterbe im Harz

Teiche, Gräben und Wasserläufe durchziehen die malerische Landschaft des Oberharzes: Sie sind die sichtbaren Bestandteile der Oberharzer Wasserwirtschaft, die seit dem Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert hinein gestaltet wurden. Die Teiche waren einst Energiespeicher: Sie lieferten das Antriebswasser für die Erzförderung, die Pumpen der Bergwerke und später für den Personentransport.

Kraftquelle für den Oberharzer Bergbau

Zum Welterbe gehören heute 340 Kilometer Wassergräben und 30 Kilometer Wasserläufe. 63 der 107 erhaltenen Teiche sind bis heute in Nutzung: Sie dienen der Energieversorgung, als Hochwasserrückhalt, Trinkwasserspeicher oder Badeteich.

Diese eindrucksvolle Kulturlandschaft lässt sich über Tage bei einem Spaziergang oder einer geführten Wanderung entdecken. Unter Tage öffnen zertifizierte Welterbe-Guides das Tor zur verborgenen Welt der Schächte, Stollen und Wasserläufe.

Impressionen

  • Hirschler-Pfauenteich-Kaskade

    Die Hirschler-Pfauenteich-Kaskade mit ihren vier Teichen sowie das dazugehörige Wassergrabennetz sind eindrucksvolle Zeugnisse des weltweit einmaligen Kulturerbes der Oberharzer Wasserwirtschaft und dessen nachhaltiger Nutzung.

  • Rosenhöfer Radstuben

    Zwei herausragende Bestandteile der Oberharzer Wasserwirtschaft sind unter der Erde verborgen erhalten geblieben: die runde und die ovale Rosenhöfer Radstube. Wie ein mächtiger Turm reicht die runde Radstube 24 Meter in die Tiefe. Die benachbarte ovale Radstube, die Zeitgenossen als „schönste am ganzen Harze“ betitelten, ist 15 Meter hoch.

  • Zisterzienser Museum Kloster Walkenried

    Die Zisterziensermönche des Klosters Walkenried betrieben im Mittelalter im und am Harz Bergbau und mit Wasserkraft angetriebene Metallschmelzhütten. Sie gelten als Väter der Oberharzer Wasserwirtschaft, deren Systeme zur Wassernutzung die Harzer Bergleute über Jahrhunderte weiter ausbauten. Die gotische Klosteranlage, die mit einem doppelschiffigen Kreuzgangflügel ein architektonisches Alleinstellungsmerkmal besitzt, beherbergt heute ein modernes Museum.

  • Auerhahn-Kaskade

    Die Auerhahn-Kaskade ist die größte Teichkaskade im Welterbe und nicht nur deshalb ein wahres Meisterwerk der Wasserkunst. Im alten Grubenrevier Bockswiese gelegen, wirken die sechs untereinander liegende Teiche wie aus dem Wald herausgestanzt. Zusammen fassen sie rund eine halbe Million Kubikmeter Wasser und versorgten bereits 1680 zahlreiche Bergwerke in Bockswiese mit Wasserkraft.

  • Schachtanlage Knesebeck

    Druckluft legte den Grundstein für den modernen, technikbasierten Bergbau. Die Schachtanlage ist ein bemerkenswerter Vertreter dieser Ära. Hier wurde mit Hilfe von Wasserkraft Druckluft erzeugt, die unter Tage für Belüftung sorgte und Maschinen antrieb. Sinnbild dieser technischen Innovation, wie auch für die enge Verbindung von Wasserwirtschaft und Bergbau, ist der 1912 errichtete und 47 Meter hohe Hydrokompressorenturm. Er ist der letzte seiner Art weltweit.

  • Oderteich und Rehberger Graben

    Außergewöhnlich ist der größte aller Oberharzer Teiche. Mit einer circa 20 m hohen Staumauer aus gewaltigen Granitblocken war der Oderteich für fast 170 Jahre Deutschlands größte und höchste Talsperre. Idyllisch mitten im Nationalpark Harz gelegen, liefert er noch immer über den Rehberger Graben Wasser zur Erzeugung von Strom. Der Oderteich ist damit ein einzigartiges Beispiel für die Nutzung erneuerbarer Energien im UNESCO-Weltkulturerbe.

Kontakt

Informationen zum Weltkulturerbe im Harz

Offizielle Website der Welterbestätte

Website der Deutschen UNESCO-Kommission e.V. mit Informationen zum Welterbe im Harz

Informationen zur Oberharzer Wasserwirtschaft

Oberharzer Bergwerksmuseum
Bornhardtstraße 16 | 38678 Clausthal-Zellerfeld
Tel. 05323 98950
E-Mail: info[at]oberharzerbergwerksmuseum.de
www.oberharzerbergwerksmuseum.de

Ansprechpartner zum UNESCO-Welterbe im Harz

Stiftung Welterbe im Harz
Dr. Falk R. Lauterbach
Leitung Marketing und Kommunikation
info[at]welterbeimharz.de 

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