UNESCO-Welterbe in Niedersachsen

Seit 1972 setzt sich die UNESCO für besondere Zeugnisse der Geschichte der Menschheit ein. Damals wurde die Liste der UNESCO-Welterbestätten begründet, um weltweit auf außergewöhnliche Stätten der Menschheit zu verweisen. In der Präambel der Welterbekonvention von 1972 wird als Ziel genannt, dass „Teile des Kultur- und Naturerbes von außergewöhnlicher Bedeutung sind und daher als Bestandteil des Welterbes der ganzen Menschheit erhalten werden müssen.“

EINZIGARTIGE NATUR - UND KULTURSTÄTTEN

Deutschland verzeichnet bislang 46 Natur- und Kulturstätten. Davon liegen vier dieser einzigartigen Welterbestätten in Niedersachsen: im Norden am Meer das Weltnaturerbe Wattenmeer, im Süden von Niedersachsen die Weltkulturstätte Faguswerke in Alfeld, das die einzige lebendige Welterbestätte in Deutschland ist. Zudem gehören der Hildesheimer Dom mit seinem Domschatz und St. Michaelis in Hildesheim sowie die Altstadt von Goslar, das Bergwerk Rammelsberg und die Oberharzer Wasserwirtschaft zum UNESCO-Welterbe der Menschheit.

Impressionen

  • Welterbe Hildesheimer Mariendom (1)

    Den Hildesheimer Mariendom zu besuchen, das bedeutet, sich zum Ursprung Hildesheims und des Bistums zu begeben. Die Spuren von 1200 Jahren Geschichte sind hier ebenso zu entdecken wie Legenden, die sich im wahrsten Sinne des Wortes um den Ort ranken, an dem der Dom erbaut wurde. 

  • © Chris Gossmann

    Welterbe Hildesheimer Mariendom (2)

    Es soll ein Rosenstock gewesen sein, der Kaiser Ludwig den Frommen um 815 veranlasste, eine erste Kapelle an dieser Stelle zu errichten. Die Legende erzählt, dass sich das von Ludwig in die Zweige gehängte Marienreliquiar nicht mehr vom Strauch lösen ließ – für ihn ein göttliches Zeichen, um hier sein neues Bistum zu gründen. Bis heute blüht der Rosenstock in jedem Frühjahr und schmückt die an der Apsis des Doms mit seiner zartrosa Blütenpracht.

  • Welterbe Hildesheimer Domschatz (1)

    Der Hildesheimer Domschatz gehört zu den größten und bedeutendsten Kirchenschätzen Europas. Die hier in mehr als tausend Jahren gesammelten Kostbarkeiten sind Zeugnisse gelebten Glaubens. Zusammen mit der Michaeliskirche und dem Mariendom wurde der Domschatz 1985 zum UNESCO-Welterbe erklärt.

  • Welterbe Hildesheimer Domschatz (2)

    Als Kunstwerke und geschichtliche Dokumente ist der Hildesheimer Domschatz von unschätzbarem Wert. Ihre herausragende Bedeutung verdankt die Sammlung insbesondere den großartigen Stiftungen Bischof Bernwards und der Sammelleidenschaft des Bischofs Eduard Jakob Wedekin (1796-1870) im 19. Jahrhundert. So können wir heute auf eine lückenlose Dokumentation liturgischer Geräte und Handschriften bis in das frühe Mittelalter zurückblicken. 

  • Welterbe Michaeliskirche (1)

    Im Jahr 2010 feierte die Michaeliskirche ihr 1000-jähriges Bestehen.In der Zeit von 2005 bis 2012 wurde die Michaeliskirche umfassend saniert, das Außengelände wurde neu gestaltet. Michaelishügel und -kirche sind ein besonderes Kleinod im Zentrum einer heute weitgehend neu konzipierten Weststadt von Hildesheim. 1985 wurde St. Michaelis, zusammen mit dem Mariendom, in die Welterbe-Liste der UNESCO als Zeugnis einmaliger vorromanischer Architektur und Kunst aufgenommen.

  • Welterbe Michaeliskirche (2)

    Als große Teile Hildesheims am 22. März 1945 durch Bomben zerstört wurden, fiel auch St. Michaelis in Schutt und Asche. Doch bereits am 4. Oktober 1945 rief Michaelispastor Kurt Degener zum Wiederaufbau auf. 1950 wurde das Langhaus wieder geweiht. Der Wiederaufbau der gesamten Kirche nach ottonischem Vorbild wurde mit der Weihe des Gotteshauses im Jahr 1960 abgeschlossen. 

  • Welterbe Fagus-Werk (1)

    Das Fagus-Werk wurde 1911 als Ursprungsbau der modernen Industriearchitektur vom Architekten und Gründer des Bauhauses Walter Gropius erbaut. Der weitsichtige Unternehmer Carl Benscheidt (1858-1947) erteilte Walter Gropius 1911 den Auftrag ein Fabrikgebäude für seine Schuhleistenfabrik zu errichten, das modernen Gesichtspunkten entsprechen sollte. 

  • Welterbe Fagus-Werk (2)

    Dem Architekten Walter Gropius gelang es, einem mittelständischen Betrieb ein völlig ungewohntes, vom Traditionellen abweichendes Erscheinungsbild zu geben. Das Fagus-Werk repräsentiert eine Architekturauffassung, die in der damaligen Zeit erstmals die Bedürfnisse nach Licht, Luft und Klarheit berücksichtigte. Neben seiner wertvollen Architektur zeichnet sich das Fagus-Werk durch seinen aktiven Produktionsbetrieb aus. Seit über 100 Jahren werden in diesem bedeutenden Industriebauwerk Fagus-Schuhleisten und heute ergänzend GreCon Mess- und Brandschutzprodukte sowie Inspektionssysteme produziert. 

  • © Stefan Sobotta

    Welterbe im Harz: Bergwerk Rammelsberg (1)

    Weit mehr als 1000 Jahre wurde am Rammelsberg in einer der größten zusammenhängenden Erzlagerstätten der Welt ununterbrochen Erz abgebaut. Die damit verbundenen montanhistorischen Sachzeugen sind zu Recht Deutschlands erstes UNESCO-Weltkulturerbe der Technik geworden. Bei Besucherführungen über und unter Tage sind beeindruckende Montandenkmale aus neun Jahrhunderten und spannende Zeugnisse menschlicher Arbeit zu sehen.

  • Welterbe im Harz: Bergwerk Rammelsberg (2)

    In den 200 Jahre alten Roeder-Stollen fährt man zu Fuß ein – durch schmale Strecken, weite Radstuben und vorbei an hölzernen Wasserrädern. Zu den Maschinen des modernen Bergbaus gelangt man dagegen mit der Grubenbahn. Hautnah spürt man die Bedingungen der Arbeit der Bergleute, die trotz aller Technik immer hart und gefährlich war. Während der Abenteuer-Tour taucht man in den farbenprächtigen 800 Jahre alten Rathstiefsten Stollen ein.

  • Welterbe im Harz: Oberharzer Wasserwirtschaft (1)

    Ein dichtes, sicher ausgeschildertes Wegenetz in herrlicher Wald- und Wiesenlandschaft verbindet die Wasser führenden Gräben mit Kaskaden von Stauteichen – darunter einige der ältesten Talsperren Europas. Interessante Baudenkmale und Museen, wie das ZisterzienserMuseum Kloster Walkenried, die Grube Samson in St. Andreasberg, die Schachtanlage Knesebeck in Bad Grund, der 19-Lachter-Stollen in Wildemann oder das Oberharzer Museum mit Schaubergwerk, den Schächten Kaiser-Wilhelm II. und Ottiliae, den Montanlandschaften Dorothea-Caroline und Rosenhof bieten unvergessliche Erlebnisse über oder unter Tage.

  • © Harzwasserwerke GmbH

    Welterbe im Harz: Oberharzer Wasserwirtschaft (2)

    Das vielfältige Tourenangebot reicht von der ganz persönlichen Erlebnis-Führung auf den Spuren von Wasser, Bergbau und Harzlandschaft bis zur abenteuerlichen Entdecker-Tour unter Tage. Im Oberharzer Bergwerksmuseum in Clausthal-Zellerfeld finden Individualreisende oder Reisegruppen das passende Angebot, um die versunkene Welt des Oberharzer Erzbergbaus mit allen Sinnen zu erleben.

  • © Stefan Sobotta

    Welterbe im Harz: Altstadt von Goslar (1)

    Die noch weitgehend von Wall- und Grünanlagen umgebene Goslarer Altstadt zählt zu den bedeutendsten geschlossen erhaltenen historischen Städten der Welt. Auf mittelalterlichem Grundriss sind auf nur einem Quadratkilometer 1500 Fachwerkgebäude des 15. bis 19. Jh. erhalten. Das reizvolle Stadtbild mit seinen engen Straßen überragen die mächtigen Türme der romanischen Kirchen.

  • © Stefan Sobotta

    Welterbe im Harz: Altstadt von Goslar (2)

    Mit Kaiserpfalz, Rathaus, Stadtbefestigungsanlagen, Spitälern und der großen Zahl mittelalterlicher Wohnhäuser aus Stein, den sogenannten Kemenaten, sind ungewöhnlich viele Bauwerke aus dem Mittelalter überliefert. Der mit dem Stadtwahrzeichen, einem vergoldeten Reichsadler, gekrönte Marktbrunnen ist der größte und älteste erhaltene in Deutschland und gilt als eine der bedeutendsten Bronzegussarbeiten der Romanik.

  • © Norbert Hecker

    Welterbe Nationalpark Wattenmeer (1)

    Das Wattenmeer ist eine außergewöhnlich dynamische Landschaft. Nirgendwo auf der Welt hat sich unter dem Einfluss der Gezeiten eine vielfältigere Landschaft entwickelt, die sich noch heute immer wieder verändert. Ein ausgedehntes System aus großen Wattströmen und kleinen Prielen durchzieht weite Wattflächen und säumt feste, trocken fallende Sände.

  • © Imke Zwoch

    Welterbe Nationalpark Wattenmeer (2)

    Muschelbänke, dichte Seegraswiesen und weiches Schlickwatt bieten vielen Tieren Nahrung. Blühende Salzwiesen im ausgedehnten Deichvorland und auf Inseln und Halligen wechseln ab mit weißen Stränden und Dünen. Diese Vielseitigkeit der Landschaft macht das Wattenmeer zu einem einzigartigen Lebensraum für mehr als 10.000 Tier- und Pflanzenarten. Millionen von Zugvögeln sind auf das Wattenmeer als Zwischenstopp und Rastgebiet angewiesen. Das Wattenmeer ist für die weltweite Artenvielfalt unverzichtbar.

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