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St. Michaelis

Im Jahr 2010 feierte die Michaeliskirche ihr 1000-jähriges Bestehen. In der Zeit von 2005 bis 2012 wurde die Michaeliskirche umfassend saniert, das Außengelände wurde neu gestaltet. Michaelishügel und -kirche sind ein besonderes Kleinod im Zentrum einer heute weitgehend neu konzipierten Weststadt von Hildesheim. 1985 wurde St. Michaelis, zusammen mit dem Mariendom, in die Welterbe-Liste der UNESCO als Zeugnis einmaliger vorromanischer Architektur und Kunst aufgenommen.

1010 wurde mit dem Bau der Kirche im Auftrag Bischof Bernwards (993 bis 1022) begonnen. Er ließ auf einem Hügel außerhalb der damaligen Stadtmauer ein Benediktinerkloster errichten. Die Krypta und spätere Bestattungsstätte Bernwards wurde im Jahr 1015 von ihm geweiht, kurz vor seinem Tod (1022) auch die noch im Bau befindliche Kirche. Sein Nachfolger, Bischof Godehard, vollendete den Bau und erteilte 1033 der fertiggestellten Kirche den Segen. Nach einem Brand, der bauliche Veränderungen erforderte, wurde die Michaeliskirche 1186 von Bischof Adelog erneut geweiht.

St. Michaelis wurde im Laufe der Jahrhunderte baulich und in ihrer Ausstattung mehrfach verändert. Der Reformation mit dem damit verbundenen Bildersturm fielen einige Kunstwerke zum Opfer. 1542 wurde die Kirche protestantisch. Dennoch durften die Mönche des Klosters die Krypta und einen Teil des an das Kloster anschließenden Nordwestquerhauses weiter nutzen. Mit der Säkularisation wurde das Kloster aufgelöst und 1809 geschlossen, nur die Krypta blieb katholisch. Das Gotteshaus diente zeitweilig als Stroh- und Heulager. 1827, mit dem Einzug einer Krankenanstalt für geistig Behinderte Menschen in das ehemalige Kloster, wurde eine Kegelbahn eingebaut. 1844 wurde die Kirche der Michaelisgemeinde zurückgegeben. Die seltene Form der Nutzung durch beide Konfessionen wird Simultankirche genannt.

Als große Teile Hildesheims am 22. März 1945 durch Bomben zerstört wurden fiel auch St. Michaelis in Schutt und Asche. Doch bereits am 4. Oktober 1945 rief Michaelispastor Kurt Degener zum Wiederaufbau auf. 1950 wurde das Langhaus wieder geweiht. Der Wiederaufbau der gesamten Kirche nach ottonischem Vorbild wurde mit der Weihe des Gotteshauses im Jahr 1960 abgeschlossen.