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Kreuzgang & Rosenstock

Der Kreuzgang des Hildesheimer Doms umschließt mit seinen drei Flügeln die Ostapsis des Doms. Er ist überwiegend romanischen Ursprungs und zweigeschossig erbaut. Seit 1150 besteht er in seiner heutigen Gestalt. Für Gedenkfeiern wurde 1321 im Innenhof die Annenkapelle errichtet. Sie ist die erste rein gotische Kirche in Hildesheim.

Mit der Eröffnung Dom-Museums wird der obere Kreuzgang für die Öffentlichkeit zugänglich, der zuvor nur zu besonderen Anlässen geöffnet war. Grabdenkmale, teils aus dem frühen Mittelalter, erzählen den Besuchern Geschichten über den Dom, das Wirken früherer Domherrn und der Steinmetzkunst.

Der Rosenstrauch schmückt der Legende nach seit fast 1200 Jahren den Mariendom. Jedes Jahr hüllt er die äußere Apsis von Ende Mai bis Anfang Juni in ein zartrosa Blütenmeer.

Die Gründungslegende des Bistums geht auf den 1000-jährigen Rosenstock zurück:

815 ließ Kaiser Ludwig der Fromme ein kostbares Marienreliquiar an einem Zweig eines Baums zurück. Er hatte es während einer heiligen Messe, die er anlässlich einer Jagd abhielt, an einen der Äste gehängt und dort vergessen. Als er später den Verlust bemerkte und es zurückholen wollte, ließ es sich nicht mehr von den Zweigen lösen.

Ludwig deutete das als göttlichen Zeichen und ließ an dieser Stelle die Marienkapelle erbauen und bestimmte den Ort zum neuen Bischofssitz. Die an der romanischen Apsis rankende Rose hält die Erinnerung an diese Legende wach. Die Rose trotzte sowohl Bränden als auch Kriegen und erblüht seit Jahrhunderten in jedem Jahr zu neuem Leben. Ludwig der Fromme schenkte das silberne Marienreliquiar dem ersten Hildesheimer Bischof Gunthar zur Bistumsgründung. Das Gründungsreliquiar gehört zu den besonderen Objekten des Domschatzes.