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Engelschorschranke

Zu den prachtvollen Stuckplastiken, die Ende des 12. Jahrhunderts entstanden, gehören die Chorschranken. Sie trennten die ebenfalls neu entstandene Vierung vom Querhaus. Ursprünglich farbig gestaltete figürliche Reliefs und Ornamentfriese schmückten die Schranken. Während die nördliche Chorschranke noch erhalten ist, wurde die südliche 1662 beim Abbruch des westlichen Vierungsturms und des Südwestarms des Querschiffs zerstört. Ihren Namen verdanken die Schranken den zur Chorseite hin gestalteten Engelfiguren.

Die Innenseite der nördlichen Schranke zieren 13 Engel, die sich ursprünglich direkt über dem Chorgestühl der Mönche befanden. Ein Stuckfries mit Akanthusblättern und Fabelwesen bildet den Übergang. 13 verschieden gestaltete kleine Säulen mit unterschiedlich verzierten Kapitellen gliedern die Schranke im Mittelteil. Über den Arkadenzwickeln sitzen kleine Engel, die Schriftbänder oder Kugeln tragen. Ein Ornamentfries bildet den oberen Abschluss. Durch ein kleines, mit Stuckreliefs verziertes Rundbogenportal kamen die Mönche aus dem Klausurtrakt des Klosters durch das nördliche Querhaus in den Chorraum.

Die Nordseite der Engelchorschranke zeigt einen noch prachtvolleren Schmuck: In drei Zonen gegliedert, ziert sie den Raum im Nordarm des westlichen Querhauses. Drei schmucklose vermauerte Bögen bilden den unteren Bereich. Reich ausgestattete monochrome Figurenreliefs von Heiligen präsentieren sich zwischen sieben Blendarkaden im mittleren Teil. Die Schirmkuppeln verstärken die Wirkung des großartigen Raums, noch unterstützt durch turmartige Gebäude und offene Tore zwischen den Bögen. Das Thema des himmlischen Jerusalem wurde in die Gestaltung aufgenommen: in der Mitte Maria mit dem Jesuskind, neben ihr Petrus, Jakobus und Benedikt, der Ordensgründer. Zur Rechten Marias sind Paulus, Johannes und der Kirchengründer Bernward mit Bischofsstab und Michaeliskirche abgebildet.