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Die Christussäule

Die Christussäule beeindruckt in ihrer Monumentalität und durch die halbplastischen Bildszenen, die sie spiralförmig in einem Reliefband umranken. Bischof Bernward gab den Bronzeguss um 1020 dem Vorbild römischer Siegessäulen (Trajansäule, Rom) in Auftrag. Mit einer Höhe von 3,79 Meter und einem Durchmesser von 58 Zentimetern ist die in einem Guss gefertigte Bronzesäule ein faszinierendes technisches und künstlerisches Zeugnis bernwardinischer Kunst. Ihre Figuren zeigen eine außergewöhnliche Lebendigkeit. Die Bildfolge der Christussäule zeigt in 24 Szenen Ereignisse aus dem Leben Jesu. Sie beginnt mit der Taufe im Jordan und erzählt auf den folgenden Reliefs vom öffentlichen Leben Jesu. Der triumphale Einzug des Erlösers in Jerusalem bildet den Abschluss der Darstellungen.

Das Kapitell der Säule ist eine Nachbildung aus dem 19. Jahrhundert. Gekrönt wurden Bildgeschichte und Säule ursprünglich durch ein Kreuz, zu dem die Sockelfiguren, die die vier Paradiesflüsse symbolisieren, aufblicken. Das Triumphkreuz gehörte jedoch 1543 zur Beute der Bilderstürmer und wurde eingeschmolzen.

Die Christussäule war ursprünglich nicht Teil der Ausstattung des Doms. Bischof Bernward, ließ sie für die von ihm in Auftrag Michaeliskirche anfertigen. Bis ins 18. Jahrhundert stand die Säule im Ostchor der Kirche. Mit der Besetzung Hildesheims durch Truppen Napoleons begannen verheerende Zeiten. St. Michaelis wurde 1809 geschlossen und das Kloster säkularisiert. Die Bernwardsäule konnte 1810 vor ihrer Vernichtung gerettet werden: kunstsinnige Hildesheimer Bürger bewahrten sie vor dem Einschmelzen und brachten sie als mittelalterliches Denkmal auf den Domhof. Seit Ende des 19. Jahrhunderts steht die Säule im Mariendom. 

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