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Bernwardgruft

Als Bischof Bernward den Bau der Klosterkirche St. Michaelis begann, plante er sie als seine letzte Ruhestätte. Die Gruft für seine Grabstätte, eine damals übliche Umgangskrypta mit hohen Rundbogennischen und Wandbemalung, weihte er im Jahr 1015, sieben Jahre vor seinem Tod. Ungewöhnlich war, dass die Krypta das Zentrum von St. Michaelis im Westen bildete. Bernward entwarf sie als Gegenüber zum eigentlichen Zentrum, dem Kreuzaltar im Osten. Das Grab besteht aus einem nur wenig in den Boden eingelassenen Sandstein-Sarkophag aus der Zeit um 1022. Seine Abdeckung in Form eines Satteldaches ist mit Reliefs geschmückt. Abgebildet sind neun Engelsbüsten mit Flügeln und Heiligenscheinen, die vor dem Thron Gottes und dem Lamm in Flammen stehen. Das Kreuz auf der Fußseite und ein Lamm-Gottes-Medaillon an der Kopfseite runden die Gestaltung ab. Ein Text aus dem Buch Hiob bringt die Erlösungshoffnung zum Ausdruck.

Die ebenfalls steinerne Gruftplatte, die um 1150 entstand, ruht auf acht Stützen über dem Grab. Ein Kreuz als Baum des Lebens mit dem Lamm Gottes in der Mitte und den Symbolen der Evangelisten an seinen Enden ziert als Relief die Platte.

Zuvor bedeckte den Sarg eine Grabplatte aus der Zeit um 1360, die Bernward als jungen Mann mit dem Modell seiner Kirche in der linken Hand zeigte. Sie wurde später am nördlichen Abschluss des Umgangs aufgestellt und liegt heute, frisch restauriert, im Westchor der Kirche über der Bernwardgruft. Die Krypta ist seit der jüngsten Sanierung wieder frei vom Kirchenschiff aus zugänglich.